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Stolpbauernhöfe

An vielen Stellen im Hoge Berggebied stehen markante alte Bauernhöfe. Es sind ausnahmslos Stolpbauernhöfe. Solch ein Stolp besteht aus einer hohen Scheune mit Spitzdach und oft einem niedrigeren Anbau, dem Langhaus. Höchstens zehn Milchkühe, etwas Jungvieh und eine ansehnliche Schafherde – das war jahrhundertelang der Viehbestand der Texeler Bauern. Die Scheune diente für das Vieh und das Heu, die Familie wohnte im Langhaus. Die Stolpbauernhöfe wurden in der Nähe der besten Ackerflächen errichtet. Im Hoge Berggebied war das an den Hügelflanken. Kuhmilch und Butter wurden beim Krämer gegen Lebensmittel eingetauscht. Das Geld wurde mit dem Verkauf von (grünem!) Schafskäse, Wolle, Schlachtvieh und gezüchteten Tieren auf den Märkten der Städte entlang der Zuiderzeeküste verdient.

InventarisnummerNL-HlmNHA_1477_53012056SoortPrentBeschrijvingLandschap met boerderijen en een molen.Prent uit de tweede serie met landschappen getiteld Etsen door C. Steffelaar.Gesigneerd.Vervaardiger(s)Steffelaar, Cornelis (1797-1861)Datering1845 - 1845

Ursprung

Der Bauplan des Texeler Stolpbauernhofs geht zurück bis ins sechzehnte Jahrhundert. Damals führten Baumeister und Investoren vom Festland einen neuen Bauernhoftyp ein, der bereits auf dem holländischen Festland seinen Erfolg bewiesen hatte. Zuvor wohnten die Texeler Bauern in 'Langhäusern': Bauernhöfe mit länglicher Form und einem niedrigen Dachboden über die ganze Länge. Dieser Dachboden diente zur Lagerung von Heu und Getreide, unten wohnten Familie und Vieh.

Auf dem Quadrat gebaut

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Das Gerüst eines Stolpbauernhofs ist eine quadratische Konstruktion aus Balken, die auf vier stabilen, in den Boden gerammten Pfählen stehen. Das Quadrat stützt die Balken der spitzförmigen Dachkonstruktion, die bis zu den niedrigen Mauern durchlaufen.

Gebrauchtes Holz

Regelmäßig ging ein großes Segelschiff vor Texel unter. Die Strandräuber schlugen zu und konnten viel Schiffsholz bergen. Nicht selten wurde dieses Holz für den Bau des Gerüsts eines neuen Stolpbauernhofs oder einer Schapenboet wiederverwendet.

Investoren vom Festland machten es meist anders. Sie ließen Balken maßgeschneidert in der Zaanstreek sägen und transportierten diese nach Texel.

Kein Stolp ist gleich

Wenn ein Bauer das Geld für einen neuen Bauernhof hatte, wurde zusammen mit dem Baumeister genau ausgetüftelt, wie die Wünsche des Bauers realisiert werden konnten. Bauzeichnungen gab es nicht. Die Zimmerleute und Maurer arbeiteten nach Gefühl. Das erklärt, warum die Texeler Stolpen alle unterschiedlich aussehen. Auch im Laufe der Jahrhunderte veränderte sich die Architektur der Stolpen. Das ist sehr schön an der Kreuzung des Doolhof mit dem Skillepaadje zu sehen. Dort stehen das Sandershuus (1637), Rozenhout (um 1700) und die Weezenplaats (1847) schön vergleichbar nebeneinander.

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Je mehr Ziegel, desto reicher der Bauer

Lange Zeit waren Dachziegel sehr teuer. Sie mussten schließlich aus dem ganzen Flussland kommen. Reet war viel billiger und Reetdecker waren auch bezahlbar. Der neue Stolpbauernhof bekam also standardmäßig ein Reetdach. Das hatte sofort eine zusätzliche isolierende Wirkung. Nur unten an der Kappe, direkt über der Mauer wurden meist ein paar Reihen Dachziegel gelegt. Auf diese Weise konnte das Vieh das Dachreet nicht anfressen. Reiche Bauern ließen manchmal einen größeren Teil der Kappe mit Ziegeln bedecken. Besonders in den holländischen Poldern sieht man viele Stolpen mit einem 'Ziegelspiegel' in der zur Straße gewandten Dachseite. Heutzutage ist es genau umgekehrt; Reetdecken ist sehr teuer und immer mehr Eigentümer der Stolpen wählen ein Ziegeldach.

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